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Im Internet und in jeder Buchhandlung erhältlich. 

Nachfragen und Nachschauen lohnt sich.


     

 Vom unglücklichen Prinzen Arthur

 (entnommen dem Buch „Ernsthaft-nichtszig-schlicht plus juchzend heiter“)


Es war einmal ein winzig kleines Land auf der Erde. Das hieß Kreatopinegen. Dieses Land regierte ein König. Der hieß Diktarius. Diktarius war klein und kugelrund. Er hatte ein so hohes Stimmchen, dass, wenn er sprach, sich ein jeder vor Schmerz die Ohren zuhielt, und wenn er schrie, so zitterten selbst die Wände aus Stein am anderen Ende des Landes. Aus seinen Augen, die er hinter einer großen, gläsernen Maske verbarg, sprühte Gift. Keiner konnte ihm in die Augen sehen, ohne daran zu erkranken, und die es taten, waren krank ein Leben lang. Diktarius war ein gemeiner, böser und sehr hinterlistiger König aber sehr, sehr mächtig. Alles wollte er allein bestimmen. Alle machte er zu Untertanen, und wer ihm nicht Folge leistete, der landete bei Wasser und trockenem Brot. Auch seine Minister, seine Generäle und Soldaten, seine Beobachter, Spitzel und Spione waren ihm hörig, ja selbst seine eigenen Söhne. Er hatte drei. Olga jedoch, seine Tochter, die das Leben und die Freiheit liebte, nahm sich heimlich einen Untertanen zum Mann und flüchtete in großer Angst bei Dunkelheit der Nacht nach Rosinien, dem Land nebenan. 

Viele Menschen in Kreatopinegen wollten in das zauberhafte Rosi-           

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nien, dem Land der Bananen, Apfelsinen und anderen wunderschönen Dingen. Dem Land der blühenden Gärten und der zuckersüßen lieblichen Musik, die man manchmal in der Stille auch in Kreatopinegen säuseln hörte. Doch Diktarius hatte nach Olgas Flucht heimlich, auch des Nachts, als alle Menschen in Kreatopinegen schliefen, hinterhältig einen meterhohen eisernen Zaun um sein Land errichten lassen. Keiner sollte sich mehr die Welt besehen, keiner durfte mehr nach Rosinien, keiner sollte hören können, wenn sie dort sangen beim Fest oder der Arbeit. 

Auch hatte er entlang des Zaunes seine Soldaten aufgestellt, die jeden mit der Lanze erstachen, der ihn zu übersteigen versuchte, denn das war bei Todesstrafe verboten. Die Menschen in Kreatopinegen wurden immer zorniger auf Diktarius, und sie sehnten sich nach ihren Brüdern und Schwestern in Rosinien. Doch wer dies aussprach, schon wer der lieblichen Musik, dem schönen Gesang lauschte oder gar am eisernen Zaun rüttelte, kam in den Kerker und musste Höllenqualen erleiden, musste schuften für Diktarius ... Dem König, ja seinem ganzen Hofe, ging es indes prächtig. Sie reisten vergnügt durch die Welt. Sie ritten auf Jagt, aßen dann Wildschwein am Spieß, tranken teuren Wein dazu und feierten tagelang lustvolle Feste. Auch seinen Söhnen ging es bestens. Der jüngste und klügste von ihnen, Arthur hieß er, war im ganzen Land beliebt und wunderschön, war edel, tapfer und gut. Mit seinem fröhlichen Lachen erfreute er die Herzen der Menschen. Er half den Mägden und Knechten, den Handwerkern und Bauern bei der Arbeit. Arthur war sich für nichts zu schade. 

  Bald jedoch musste er den Soldaten und Kriegern bei ihrem Dienste helfen. Er bekam ein Pferd, ein Schild, eine Lanze und ein Schwert. Mit in den bevorstehenden Krieg gegen Rosinien sollte er ziehen, um Diktarius, um Kreatopinegen zu schützen, in der vordersten Reihe.

Das bestimmte sein Vater. 

Arthur gehorchte, wie ihm befohlen. 

Er wurde ein Krieger. 

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Einmal jedoch, im stürmischen Ritt bei einem Turnier, bäumte sein Pferd sich hoch auf und warf ihn zu Boden. Arthur brach sich die Beine. Lange war er krank und konnte nicht laufen. Die Hofdamen und Mägde hegten und pflegten ihn mit viel Liebe und Güte. Manch einer schenkte er als Dank dafür ein wunderschönes Kind.                           

Sie nahmen es gern. Arthur wurde gesund. Nur das Laufen fiel ihm ein wenig schwer. Er zog das eine Bein immer hinter sich her. 

Als sein Vater das sah, stieß er Arthur schreiend von sich und gab ihm einen Käfig, in dem ein kleines Vögelchen saß, welches das Lied vom Tode sang. Diktarius brüllte voller Zorn: „Du Missgeburt ..., du Teufelsbrut, da nimm! Du wirst in keinen Krieg mitziehen! Du wirst Kreatopinegen nicht beschützen! Beschütze du den zum Tode geweihten, hässlichen Vogel! Doch merke dir, lässt du ihn auch nur einmal frei, so wirst du an seiner Stelle sterben!” Er lachte, sodass ganz Kreatopinegen erbebte, und man sein Lachen sogar im wunderschönen Rosinien vernahm. Bald wird er ihn freilassen, dann wird dieser elende Krüppel sterben, dachte der hinterlistige König und rieb sich genüsslich die Hände; dazu schnalzte er verzückt mit der Zunge. Er kannte seinen Sohn, ließ eiligst seine hungrigen zähnefletschenden Hunde aus dem Zwinger und hetzte Arthur mit Schimpf und Schande und höhnischem Gelächter vom Hof.

Arthur zog durchs Land und verdingte sich mal hier und mal dort. Die Taler, die er verdiente, schickte er seinen Kindern fürs tägliche Brot. Das Vögelchen indes sang unentwegt das Lied vom Tod, um das Herz des Prinzen zu erweichen. Damit ihm dieser die Freiheit schenke. So wanderten beide mehrere Jahre. 

  Wo sie auch hinkamen, sagte man mitleidig: „Seht mal, der Prinz, wie er lahmt, und wie unglücklich er schaut.” Und alle hielten sich verzweifelt die Ohren zu, wenn das Vögelchen das Lied vom Tode sang, und sie riefen laut und immer lauter: „Mach' die Tür auf! Lass ihn doch endlich frei! Sein Gesang schmerzt uns. Wir 

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können ihn nicht mehr hören!” 

Der Prinz wollte aber nicht sterben. Er ließ die Leute rufen und schreien und zog weiter durch das Land. Der Vogel jedoch wurde durch sein kläglich schauriges Singen immer magerer und kränklicher. Der Prinz sah ihn traurig an und bekam so herzzerreißendes Mitleid mit ihm, dass auch er eines Tages die ausgezehrte Gestalt und den jämmerlichen Gesang einfach nicht mehr ertragen konnte, die Augen schloss, die Tür des Käfigs öffnete und dem Sterben nahe und todtraurige Vögelchen die Freiheit schenkte.                                                                                                          Doch plötzlich, welch großes Wunder. Der eiserne Zaun, der Kreatopinegen umschloss, zersprang in viele tausend Stücke. Die Soldaten legten Lanze, Schild und Schwert zu Boden, und ließen die Menschen nach Rosinien und winkten auch welche herein. Sie waren froh nicht mehr morden zu müssen. Die Menschen von Kreatopinegen und Rosinien fielen sich in die Arme. Sie lachten und herzten einander. 

  Der König ergriff mit seiner Königin die Flucht in ein Gotteshaus, und sie versteckten sich dort im äußersten Winkel des Turmes solange, bis ein Land, das Mitleid mit beiden hatte, ihnen ein Gnadenbrot anbot. 

  Die Minister kamen vor Gericht und wurden verurteilt. Die Beobachter, Spitzel und Spione jagte man aus Amt und Würden.                                                                               

  Das Vögelchen aber sang von nun an das hohe Lied von der Freiheit, von Liebe, Glück und Toleranz. Der Prinz jedoch verwandelte sich in einen wunderschönen Traum von blühenden Landschaften, von Wiesen und Feldern, von Wäldern, Sonne, Wind und weiten Ozeanen, von fernen noch unbekannten, geheimnisvollen Ländern, und wenn alle diesen Traum träumen, bei Tag oder Nacht, leben wir alle bald im ewigen Frieden.                         

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Alles ist möglich, solange es keinen beleidigt oder schadet.  Ausprobieren, sich dem Kind auch im Erwachsenen  spielerisch nähern, fördert nicht nur die Fantasie, sondern setzt ungeahnt Gedankengänge und Lebensenergie frei, welche selbst den Arbeitsalltag beflügelt ... In Worten Silbenverdrehen, mit Stiften genormte Grenzen auf dem Papier zügellos überschreiten, löst noch lange keine kriegerischen Konflikt aus; vielleicht nur das Erstaunen, dass Sie einen schon Jahre lang angewandten  Zwang überwunden haben ... und noch einmal, ja es gelingt, meinen Sie dann    vielleicht stolz ..., oder haben Sie schon einmal Programme des Computers

bis an die Grenzen auf Herz und Nieren geprüft? 

 

Herausforderung:  

MUT zur Fantasie auf neuen Wegen

Nicht immer findet man eine Freundin oder jemanden, der geduldig zuhört, was das Herz schwer macht oder freudig bewegt.

Ein sehr gutes Mittel um diesen Stau abzubauen ist das Schreiben. Das Schöne am Schreiben ist, ein paar Tage später können Sie es immer noch lesen, vielleicht verfeinern. Probieren Sie es selbst, und Sie werden schon wieder staunen, denn meist ist das eben wütend aus sich herausgeschriebene, gar nicht so sinnentleert, sondern ... und 


 Welchen

Wert?

Der Wert eines Gedichtes, der Posa, einer Fantasygeschichte ist materiell schwer auszudrücken. Der Wert liegt im ideellen, kann Gefühle wecken und Gänsehaut zaubern ... hilft Verspannungen durch gewonnene Einsichten lösen, beflügelt im Alltag, lässt feierlich erheben ... Gibt Dir Kraft für die nächste Stunde oder lässt Dich sogar neue Wege einschlagen ... 


Fantasy, Gedichte, Geschichten grotesk mal ernst, mal heiter gesprungen von der Stimmungsleiter


Juli 2012


Ein Irrglaube


saß hoch oben auf einem Baum,

tönte vom Sieg durch

Raketen, Bomben und Drohnen

und schweifte beseelt wie im Liebestraum

den Blick zur Erde hinunter.

Dort sah er im blühend wehendem Gras

einen Helden

umgeben mit

ganz viel militärischem Plunder.

Der wienerte und putzte

die soldatischen Stücke,

ist aber noch nie im Einsatz gewesen.

So wurde er arglos vom Irrglauben,

wie aus heiterem Himmel,

einfach mal in den Krieg gezogen.

Hätte aber der Held nicht kürzlich

vom Glauben an den Frieden gelesen;

der Held würde vom Irrglauben

so mir nichts, dir nichts

doch um sein Leben betrogen.


August 2012


Die blau- lila schillernde Pflaume


In einem großen Pflaumenbaume

an einem kleinen Ast,

hing ganz weit draußen

die blau- lila schillernd saftige Pflaume.

Die wollte ein streunender Vandale

sich kaschen.

Der beschloss in der kommenden Nacht

auf der Leiter von Kleingärtner Lehmann,

den Baum zu erklimmen,

die Pflaume zu haschen.

Doch in jener nächtlichen Stunde,

der Vandale sah,

schon zum Greifen nah,

die Pflaume vor sich am Aste baumeln,


just jetzt sich Wolken

vor Mond und Sterne schoben,

und die Pflaume samt Baume

im Schwarz der Nacht plötzlich verschwand.

Der Vandale tastete wie ein Blinder

hinab von der Leiter durch Lehmanns Garten,

und da ihm der Frevel nicht gelang,

ersann er, denn auch Lehmann

sollte die Pflaume nicht fassen,

einen perfide ausgeklügelten Plan.

So sägte, im Lichte der Nachbarlaube,

der wutschnaubende Vandale

die oberen Sprossen der Leiter an.


Am Morgen darauf

sah Kleingärtner Lehmann

die Pflaume ebenfalls glänzen,

und beschloss sein Mittagsmahl

mit ihr zu ergänzen.

Auch er bestieg,

wie der Vandale,

die Leiter ganz im Vertrauen

und wollte g' rad nach der Pflaume greifen,

als unter ihm die Leiter zerbrach ...

Entsetzt fasste er Ast und Zweige

und sah in die Tiefe;

dort in den Kräutern

Hacke, Spaten, Schubkarre ...

standen und verstreut lagen.

Die Kraft ließ nach, die Äste brachen,

und Lehmann fiel

mitten in die Gerätschaft hinein,

und zerstörte sich Wirbel,

Schulter und Bein.


Seitdem sitzt er gefesselt im Rollstuhl

gelähmt von oben bis unten;

der Vandale hingegen,

weil man ihn

in der Laube des Nachbarn gefunden,

spaziert derzeit froh und munter

mit Spaßvogel Kalle

den Gefängnishof rauf und runter,

und beide träumen den großen Traum

vom Erreichen der nächsten

schillernden Pflaum'.

Lehmann indes büßt ein Leben lang,

dem Vandalen aber ist nicht bang:

Er wird die Pflaume bekommen;

da ist er sich sicher,

denn er sägte ja nur;

Lehmann aber hätte im blindem Vertrauen

bekloppt seine Leiter,

als er am Ast hing, umgehauen ...


Dem Vandalen wurde,

denn er sich tadellos führte,

sehr bald Gnade gegeben.


Lehmann ist kürzlich

seinem Schmerz und Kummer erlegen.

Nun sitzt der Vandale,

äußerst weise mit Kalle,

in Lehmanns Garten unterm Baum

und erfüllt sich seinen Lebenstraum.

Er verzehrt genüsslich,

ergänzend zum Mittagsmahl,

viele blau- lila schillernd saftige Pflaum.


  Kralle


Kralle lebte ein wohl geordnetes Leben. Tag für Tag und Jahr für Jahr stand er fünf Uhr morgens auf, trat ans Fenster, öffnete es weit und begann den Tag mit Morgensport, um das Leben in Schwung zu halten, wie er gern sagte. So auch heute, an einem Donnerstag in der Mitte des sommerlich warmen Junis. Kralle startete zur letzten Kniebeuge, als plötzlich zwei ...

                                                         

    Textanfang, im Buch auf Seite 14: 


"Flieg, mein Vati, flieg ..." 


Nele wusste nicht, wer er war, woher er kam, wohin er ging, ganz einfach so, ohne Abschied, ohne einen letzten Gruß an sie, an die Familie. Trauer verschleierte sein Gesicht in Nele. Das Portemonnaie der Großmutter ...




Im Band 2 werden Themen der Gegenwart aufgegriffen und mit Humor, Witz und Fantasie innerhalb von Gedichten und Geschichten verarbeitet zum Ausdruck gesetzt. 

     Lyrik, Gedichte, Balladen

       grotesk, mal ernst,

       auch heiter gesprungen von der                                               Stimmungsleiter - Band 2


               Auszug: Seite 47


Von und über Schweine 


die schwitzen.

Schweine, die sitzen.

Schweine,

die grunzen,

Schweine,

die schlunzen.

Schweine,

die schmatzen,

Schweine,

die patzen.

Schweine,

die quieken,

Schweine,

die siegen.

Schweine,

die suhlen


 . . .


  >>> Viel Spaß beim Weiterlesen im Buch:


     ISBN 978-3-96008-080-0

12.00 Euro ( D)



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